Auch wir haben gewählt.

6. Ordentliche Landesbezirksdelegiertenkonferenz

Rund 90 Delegierte aus dem Landesbezirk Nordrhein haben auf ihrer Konferenz am 29. April 2017 in Alsdorf nicht nur ihren Vorstand neu gewählt, sondern sie haben sich damit auch auf ihren im Herbst stattfindenden Gewerkschaftskongress vorbereitet.

Uwe Steiche

11.05.2017
  • Von: Bernhard Graefenstein
  • Fotostrecke: 20 Bilder
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Mit der Beschlussfassung über 55 Anträge aus acht verschiedenen Themenbereichen haben die Delegierten des Landesbezirks Nordrhein, der mit sechs Bezirken und rund 100 000 Mitgliedern der größte aller Landesbezirke der IG BCE ist, die Weichen für die nächsten vier Jahre Gewerkschaftsarbeit der zweitgrößten Industriegewerkschaft Deutschlands gestellt.

Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Industriepolitik.

Nordrhein-Westfalen mit seinen großen Chemie- und Energieunternehmen und dem Braunkohlenrevier hat der Konferenz die Grundlage für die zukünftig wichtigen Fragestellungen geboten: Wie sieht die Zukunft des Industriestandortes NRW aus? Was muss passieren, damit gut bezahlte Industriearbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden? Wie stellen wir eine stabile Energieversorgung sicher?

In der Begrüßung zur Konferenz stellte Harald Louis, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei RWE Power, fest: "Der Strom kommt aus der Steckdose, und hinter der Steckdose stecken wir, die Kolleginnen und Kollegen in den Tagebauen und Kraftwerken."

Und Hannelore Kraft, die kurz vor der NRW-Landtagswahl stand, forderte an diesem Wochenende gar ein Ende der Diskussion um ein Ausstiegsdatum aus dem Braunkohleabbau. „Wenn man die Kraftwerke heute abschaffen würde, dann käme morgen kein Strom mehr aus unserer Steckdose“, sagte sie. So lange es keine Speichermöglichkeiten in größerem Umfang für regenerative Energien gebe, bestehe keine Möglichkeit, auf diese Art der Energiegewinnung zu verzichten.

Landesbezirksleiter Frank Löllgen erinnerte daran, dass für den Bau von Elektroautos all die Produkte benötigt werden, die in den innovativen Branchen der IG BCE hergestellt werden. Und die heimischen Unternehmen seien noch lange auf Strom aus Braunkohle angewiesen. Denn bezahlbare und verlässliche Energie sei „eine Grundvoraussetzung für alle unsere Branchen und deren Wettbewerbsfähigkeit“, und noch sei nicht geklärt, wie grüne Energie gespeichert werden könne. „Wir sind Brückenbauer der alten und der neuen Welt“, betonte Löllgen.

Natürlich hat sich die Konferenz unter dem Motto „In unserem Element“ auch mit den vielen weiteren Themenfeldern beschäftigt.

Neben dem gewerkschaftlichen Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit, die Stärkung Europas für einen sicheren Frieden, vernünftige industriepolitische Sichtweisen und Leitlinien, natürlich der unermüdliche Einsatz für Gleichbehandlung, Integration sowie Bildung, steht auch ganz aktuell der Einsatz für die Sicherung und den Erhalt des Arbeitszeitgesetzes im Fokus der Antragsinhalte. Die Fortschreitung der Digitalisierung „Industrie 4.0“ hat in eine Diskussion über Arbeitszeitflexibilisierung geführt, die sich ebenfalls in den Inhalten der Kongressanträge widerspiegelte.

In der im Anschluss von Michael Brocker moderierten Podiumsdiskussion fokussierte sich natürlicherweise auch alles auf die anstehende Landtagswahl und die damit verbundenen industriepolitischen Fragen. Die am Rande der Konferenz durchgeführte Aktion „Jeder Arbeitsplatz hat ein Gesicht“ (s. Fotostrecke) hat der Podiumsdiskussion den geeigneten Background gegeben, um über diesen Weg auch den politischen Teilnehmern aufzuzeigen, dass es nicht nur um Industrie und Arbeitsplätze geht, sondern in erster Linie um Menschen.

  • Foto: 

    Uwe Steiche

    Frank Löllgen, Landesbezirksleiter IG BCE Nordrhein

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