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18.12.2019

IG BCE aktuell 12-2019 - Grafik des Monats

Pflegebedarf in Deutschland steigt kontinuierlich

Noch vor 100 Jahren lag die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland für Männer bei 46,4 und für Frauen bei 52,5 Jahren. Heute erreichen Männer ein Durchschnittsalter von etwa 78, Frauen von rund 83 Jahren. Dass jede und jeder Einzelne von uns immer älter wird, wird auch kollektiv erkennbar, am sogenannten Altenquotienten, der Auskunft gibt über den Anteil der über-65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung. Heute liegt er bei 34,1 je 100 Einwohnern in Deutschland, im Jahr 2025 wird er laut Prognosen der Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung 41 erreicht haben und im Jahr 2050 voraussichtlich zwischen 56 und 60 liegen. Was bedeutet: Mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland wird zur Jahrhundertmitte im Seniorenalter sein.

Statistisches Bundesamt / IG BCE

Eine Folge der "alternden Gesellschaft" ist steigender Pflegebedarf. Unsere Grafik des Monats zeigt, dass die Anzahl pflegebedürftiger Menschen jenseits des achten Lebensjahrzehnts stark ansteigt. Ausgerechnet diese Gruppe der betagten bis hochbetagten Menschen wächst besonders rapide:  Derzeit leben in der Bundesrepublik knapp fünf Millionen Hochaltrige, etwa doppelt so viele wie 1990. Bis 2040 sollen es rund acht Millionen über-80-Jährige sein, also jeder zehnte Mensch in Deutschland.

Auch vor dem Hintergrund weiter zunehmenden Pflegebedarfs ist der jüngste Chemie-Tarifabschluss richtungsweisend. Ein Kernelement, die tarifliche Pflegeversicherung, greift diese Entwicklung auf und hilft, die kontinuierlich größer werdende "Pflegelücke" zu mildern – die Differenz zwischen den Leistungen der Pflegeversicherung und den tatsächlichen Pflegekosten.

Die kürzlich erscheinende Januarausgabe der IG BCE-"kompakt" widmet sich dem Thema ausführlich.